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6 Schnitte für nichts

Wo ist der Sinn darin, dass ich jetzt zur Scherbe gegriffen habe? Was hat es mir gebracht? So lang hab ich es jetzt ohne geschafft. Und jetzt fühle ich mich sogar noch dreckiger als vorher. Weil ich weiss, dass ich immer noch nicht ohne kann. Sehe hier alles nur noch in Grautönen. Da frage ich mich, wie sonst schaffe ich es, Farbe in mein tristes Leben zu bringen? Und sei es nur das tropfende, satte Rot, das eben das Waschbecken hinunterfloss. Es war Farbe. Es war ein Aufatmen.

Es ist schön, dass ich endlich ehrlich zu mir selbst sein kann. Dieses Blog, diese quasi ebenso sinnlosen Texte zu schreiben, fiel mir früher schwerer. Viele meiner virtuellen Freunde (und eine meiner besten Freundinnen, wer weiss, vielleicht sogar die beste...?) kannten meinen alten Blog, und lasen auch regelmässig darin. Wer weiss, vielleicht schrieb ich dort nur meine Gedanken nieder, damit alle wissen, wie es mir geht. Vielleicht, weil ich so krankhaft auf Aufmerksamkeit aus bin. Tröstet mich, es geht mir schlechter als keinem anderen der Welt. Vor ein paar Tagen habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich eine Freundin davon überzeugen wollte, sie sei nicht an einem Burn-Out-Syndrom erkrankt. Im Hinterkopf nur das Eine, sie darf das nicht haben, weil ich das schon habe. Haben will, sogar. Depressionen am besten auch gleich. Und ich muss die einige sein, die das hat, sonst ist es nichts Besonderes mehr.
Diese Gedanken machen mir Angst, Angst vor mir selbst.
Und leider hab ich selbst da zu Übertreibungen geneigt. Inzwischen weiss ich nicht einmal mehr, wann ich mich genau geschnitten habe, weil das in fast jeden Beitrag steht und es (glücklicherweise? Traurigerweise?) längst nicht immer so war. Habe ich es sogar geschafft, mich selbst zu belügen? Versuche ich es selbst jetzt noch? Ist es traurig, dass ich mir diese Frage nicht beantworten kann, weil ich Realität von Fantasie (Wunsch...?) nicht mehr unterscheiden kann? Was ist mit mir los, bin ich ein Hypochonder, depressiv, kurz vor der Einweisung? BILDE ICH MIR DAS ALLES NUR EIN?
Jedenfalls soll sich das alles bei diesem Blog hier ändern... Niemand meiner Freunde wird ihn je zu lesen bekommen, real oder virtuell macht keinen Unterschied. Die Gefahr, dass jemand zufällig darauf stossen könnte, ist so extrem klein.
Ich muss aufhören, in dieser Lügenwelt zu leben. Sie existiert nicht, wird es nie tun.

Heute hatten Simona und ich Gespräche mit diversen Lehrern. Zwei Zustimmungen haben wir Gott sei dank erhalten, das ist immerhin ein Anfang. Natürlich nicht die, die ich wollte, aber wieso sollte sich dieser Wunsch auch erfüllen.

Mal sehen, vielleicht schreibe ich noch mit einem Roleplay-Chara oder gehe direkt ins Bett. Morgen nur ein weiterer Tag, ohne Sinn, Freude und Farbe.

10.3.08 21:45
 


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