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Losing everything

Ich weiss nicht, was ich falsch mache. Alles um mich herum zerbricht. Und ich darunter auch. Ich sehe keinen einzigen Punkt mehr, was ich auf dieser Welt verloren habe, absolut gar nichts. Mein Leben ist das Letzte.

In der Schule krepiere ich langsam, aber sicher. Totale Überforderung, ich schaffe es nicht, alles unter einen Hut zu bekommen. Es ist einfach zu viel. Als wollte jeder Lehrer mich aus der Schule haben. Das Schlimme ist, es scheint zu funktionieren. Früher hätte ich gegen sie gekämpft, rebelliert und gesiegt, da bin ich mir sicher. Aber mein Wille ist gebrochen, die letzte Disziplin untergegangen. Rein theoretisch dürfte ich gar nicht hier sitzen und unter Tränen schreiben, weil ich längst an die Arbeit gegangen sein müsste. Chemie-Prüfung morgen, keine Ahnung wie gut ich den Stoff verstehe. Das sehe ich wohl morgen.

Ich hasse jedes verdammte Detail an mir. Nichts gefällt mir mehr. Meine Augen sind zu klein, die Ohren zu abstehend und der Bauch zu rund. Die Nase sieht aus wie eine missbrauchte Steckdose. Und von meinen Gedanken ganz zu schweigen. Immer öfters überlege ich mir, was alles passieren würde, wenn ich an einem Suizidversuch sterben würde. Wieviele Leben ich umschreiben würde, das meiner Eltern, Schulfreundinnen, vielleicht sogar welche aus der virtuellen Welt. "17-jährige Gymnasiastin nimmt sich das Leben", ich sehe die Schlagzeile schon vor mir. Wahrscheinlich würde es gar keine geben. Das Traurige daran für mich wäre, dass ich von allem nichts mehr mitbekommen würde. Ich will keine weinenden Gesichter sehen, natürlich nicht, aber der ganze Tumult, die Aufmerksamkeit, die mir plötzlich geschenkt würde. Sie würde mir leider nichts mehr nützen. Und wenn ich gezielt einen Suizid so ansetze, dass ich ihn überlebe? Pulsader aufschneiden und warten, bis Mutter oder Vater mich findet, ins Krankenhaus bringt und irgendsoeinen beschissenen Psychologen anheuert, der mir schlussendlich doch nicht helfen kann, wie er es im letzten Jahr nicht tun konnte. Warum bin ich überhaupt so auf Aufmerksamkeit aus? Ist das krank?

Aus der Roleplay-Welt steige ich auch demnächst aus. Einige meiner Charas sind jetzt bereits am Gehen. Es gab eine Zeit, in der ich sehr gute Texte schreiben konnte, aber die ist vorbei. Ich kriege keinen Satz mehr hin, ohne gleich den ganzen Absatz zu löschen. Eine totale Blockade. Überarbeitet? Schon möglich, aber dann macht es erst recht keinen Sinn, noch länger zu warten, denn das wird sich nicht mehr ändern, zumindest nicht in den nächsten 1.5 Jahren. Überhaupt ist doch das ganze Leben ein verdammter Stress, und wozu? Dass man irgendwann stirbt, und die Grossenkel wissen schlussendlich nicht einmal mehr den Namen.

Alles ist vergänglich. Es ist wie in der Liebe. Gestern vom Freund getrennt, mit dem man sich eine Zukunft hätte vorstellen können. Ich bin wohl einfach zu dumm für Beziehungen, will auch gar keine mehr. Angst, mich zu binden, die direkt mit der Angst, jemanden zu verlieren, zusammenhängt. Oder einfach keine Lust, von jemandem abhängig zu sein, weil es nur ein weiteres gebrochenes Herz wäre, das ich zurücklassen würde. Vielleicht reisst bei mir irgendwann dieser dünne Geduldsfaden, und ich tu es einfach.

Ich nehme nicht an, dass dieser Text von irgendjemandem aus wirklichem Interesse gelesen wird. Aber er dient schliesslich mehr der Selbsttherapie als der Unterhaltung. Gedanken ordnen.

28.2.08 20:16
 


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